Kündigung wegen schlechter Arbeit ist nicht so einfach

Arbeitsgericht Siegburg fordert große Abweichung vom Durchschnitt

Siegburg (jur). Arbeitnehmer müssen sich bemühen, gute Arbeit zu leisten. Ein Arbeitgeber, der wegen unzureichender Menge oder Qualität kündigen will, muss dies aber konkret begründen, wie das Arbeitsgericht Siegburg in einem am Donnerstag, 14. September 2017, bekanntgegebenen Urteil entschied (Az.: 3 Ca 1305/17). Danach muss der Arbeitgeber konkrete Zahlen über erhebliche Abweichungen vom Durchschnitt und zusätzlich „weitere Umstände“ darlegen, die für eine Pflichtverletzung sprechen.

Konkret geht es um einen Kfz-Mechaniker. Sein Arbeitgeber hatte ihm zunächst drei Abmahnungen geschickt und schließlich „wegen schlechter Arbeitsleistung“ gekündigt. So habe er bei einem Werkstatttest zwei von sechs Fehlern nicht erkannt und bei einem Auftrag anstehende Servicearbeiten nicht durchgeführt. Dies schade dem Ruf des Autohauses.

Der Kfz-Mechaniker wehrte sich, seine Kündigungsschutzklage hatte nun vor dem Arbeitsgericht Siegburg Erfolg. Zwar sei eine verhaltensbedingte Kündigung wegen mangelhafter Leistungen durchaus möglich. Dies müsse der Arbeitgeber aber mit konkreten Angaben auch zu andern Mitarbeitern belegen.

Hier habe das Autohaus weder Angaben zu einem längeren Zeitraum gemacht, „noch die Fehlerquote vergleichbarer Arbeitnehmer dargelegt“. Für das Gericht sei daher nicht erkennbar, ob „eine die Durchschnittsleistung erheblich unterschreitende Leistung“ vorliege und ob der Arbeitnehmer seine Pflichten „vorwerfbar verletzt“ habe.

Die Kündigung sei daher unwirksam, so das Arbeitsgericht in seinem jetzt bekanntgegebenen Urteil vom 25. August 2017.